Ein schlechter Prozess wird durch Automatisierung zunächst schneller. Besser wird er erst, wenn seine Schwächen verstanden werden.
Für Leasinggesellschaften kann KI bei Dokumenten, Datenprüfung oder Analyse helfen. Ob daraus wirtschaftlicher Nutzen entsteht, hängt von Datenqualität, geeigneten Aufgaben und kontrollierbaren Ergebnissen ab.
Die FINMA hat in ihrer Aufsichtsmitteilung 08/2024 Governance und Risikomanagement beim KI-Einsatz thematisiert. Für mich folgt daraus eine praktische Führungsfrage: Wer verantwortet eine Anwendung, wenn ihre Empfehlung falsch ist?
Ein Mensch am Ende des Prozesses ist noch keine wirksame Kontrolle. Er braucht genügend Informationen, Zeit und Kompetenz, um ein Ergebnis zu prüfen und nötigenfalls zu verwerfen.
Ich würde deshalb klein und konkret beginnen. Welches Problem lösen wir? Woran messen wir die Qualität? Welche Fehler sind besonders teuer? Wann wird die Anwendung gestoppt oder angepasst?
Für Schweizer Finanzdienstleister lohnt sich zudem die Frage nach externen Abhängigkeiten: Was passiert bei Ausfall, Modelländerung oder unzureichender Erklärung durch den Anbieter?
Als CEO kann ich Aufgaben delegieren. Die Verantwortung für einen tragfähigen Prozess bleibt eine Führungsaufgabe.
Welchen KI-gestützten Entscheid könnten Sie heute nachvollziehbar erklären und bei Bedarf korrigieren?