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Finanzierung gehört auf die CEO-Agenda

Finanzierung beginnt nicht mit der Frage, woher das Geld kommt.
Sie beginnt mit der Frage, welchen finanziellen Spielraum eine Investition danach noch übrig lässt.
Das klingt selbstverständlich.
In der Praxis läuft es trotzdem häufig anders.
Ein technischer Bedarf wird definiert.
Offerten werden eingeholt.
Der Lieferant wird ausgewählt.
Die Investition wird bewilligt.
Dann kommt die Finanzierung.
Damit wird aus einer strategischen Variable eine administrative.
Die aktuelle Lage macht das besonders interessant.
Die SNB sieht keine generelle Kreditklemme. Im Gegenteil, der Bankensektor verfügt insgesamt über hohe Kapital- und Liquiditätspuffer sowie eine hohe Kreditvergabekapazität.
Gleichzeitig wollen Schweizer Unternehmen 2026 deutlich mehr investieren. Laut KOF sollen die Bruttoanlageinvestitionen nominal um 10,2 Prozent zunehmen. Die Realisierungssicherheit bleibt jedoch unter dem langfristigen Durchschnitt.
Das bedeutet:
Viele Unternehmen wollen investieren.
Sie wollen aber auch beweglich bleiben.
Damit gehört die Finanzierung früher in die Diskussion.
Wie viel Liquidität benötigen wir in den nächsten zwei Jahren?
Welche Kreditlinien brauchen wir für Working Capital?
Wie lang ist der Nutzungszyklus des Assets?
Welches Risiko möchten wir selbst tragen?
Ein Lebensmittelproduzent, der eine neue Verpackungslinie plant, sollte Leasing, Bankkredit und Eigenmittel deshalb parallel zur technischen Beschaffung prüfen.
Nicht weil Leasing immer gewinnt.
Sondern weil Kapitalstruktur Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung ist.
Der günstigste Zinssatz beantwortet nicht die wichtigste Frage.
Die lautet:
Welche Struktur lässt unserem Unternehmen nach dieser Investition den grössten sinnvollen Handlungsspielraum?
Darum gehört Finanzierung auf die CEO-Agenda.