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Liquidität schlägt Besitz

Eigentum ist kein Wert an sich. Liquidität dagegen schafft Optionen.
«Uns gehört das.»
Für viele Schweizer Unternehmerfamilien ist dieser Satz fast ein Synonym für Solidität.
Das hat gute Gründe.
Aber vielleicht sollten wir Eigentum wieder etwas nüchterner betrachten.
Eine Maschine kann produktiv sein. Ein Fahrzeug kann produktiv sein. Das Kapital, das in beiden steckt, hat allerdings eine Opportunitätskostenfrage.
Wo könnte derselbe Franken sonst arbeiten?
Im Lager?
In der Digitalisierung?
Bei der Expansion?
In einem neuen Vertriebsmitarbeiter?
Oder als Liquiditätspuffer für den nächsten unerwarteten Auftrag?
Die Ausgangslage ist dabei differenzierter, als gelegentlich behauptet wird. Die SNB sieht aktuell keine generelle Schweizer Kreditklemme. Die ausstehenden Kredite nehmen weiter zu. Gleichzeitig verfügen die Banken gemäss Finanzstabilitätsbericht 2026 über hohe Kreditvergabekapazitäten, wobei es zwischen Instituten deutliche Unterschiede gibt.
Das ist wichtig.
Denn damit wird Leasing nicht zum Instrument für Unternehmen, die «keinen Kredit bekommen».
Die strategisch interessantere Frage lautet:
Welche Assets wollen wir besitzen und für welche genügt uns ihre produktive Nutzung?
Ein Serviceunternehmen kann seine Flotte kaufen und Kapital langfristig binden.
Oder es finanziert die Fahrzeuge über ihre Nutzungsdauer und hält Mittel für Betrieb, Personal und Wachstum verfügbar.
Das eine ist nicht grundsätzlich richtiger als das andere.
Aber beide Varianten sollten gerechnet werden.
Nicht nur mit Blick auf den Zinssatz.
Sondern mit Blick darauf, was das freigesetzte Kapital im Unternehmen bewirken kann.
Kapitalallokation gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Unternehmensleitung.
Warum behandeln wir sie bei Maschinen und Fahrzeugen dann so häufig wie eine Beschaffungsfrage?