Zum Inhalt springen

Energieeffizienz ist Margenschutz

Energieeffizienz hat ein Marketingproblem. Sie wird zu häufig als Klimathema verkauft.
Für ein Unternehmen ist sie zunächst etwas viel Einfacheres.
Kostenmanagement.
Das SECO nennt hohe Energiepreise im September 2026 weiterhin ausdrücklich als erhebliches Risiko für die Schweizer Konjunktur.
Gleichzeitig weist das Bundesamt für Energie darauf hin, dass in Schweizer Unternehmen wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen zur Energieeffizienz noch nicht vollständig ausgeschöpft werden. Es verbindet höhere Energieeffizienz ausdrücklich mit der Wettbewerbsfähigkeit.
Das ist insbesondere für die Industrie relevant.
Eine ältere Maschine kann noch zuverlässig funktionieren.
Wenn sie pro Einheit deutlich mehr Energie benötigt, trägt sie jedoch einen dauerhaften Kostennachteil mit sich.
Dieser Nachteil verändert sich mit dem Energiepreis.
Und genau darin liegt der strategische Wert von Effizienz.
Ein Unternehmen kann den Strommarkt nicht steuern.
Den Ölpreis ebenfalls nicht.
Es kann aber entscheiden, wie viel Energie es für eine Einheit Output benötigt.
Damit ähnelt Energieeffizienz einem Hedge.
Nicht finanziell.
Operativ.
Eine neue Maschine reduziert vielleicht gleichzeitig Energieverbrauch, Wartung und Ausschuss.
Dann sollte ihre Investitionsrechnung all diese Effekte enthalten.
Nicht nur den Kaufpreis.
Wenn die Einmalinvestition das Hindernis ist, kann eine Finanzierung über die Nutzungsdauer helfen, die Rate dem laufenden Effizienzgewinn gegenüberzustellen.
Die sauberste ESG-Massnahme ist vielleicht jene, die auch der CFO ohne das Kürzel ESG genehmigen würde.