Zum Inhalt springen

Kreislaufwirtschaft und Lebenszyklus

Wir optimieren den Einkaufspreis. Und improvisieren danach den Rest des Lebenszyklus.
Procurement ist in vielen Unternehmen hochprofessionell.
Offerten werden verglichen.
Rabatte verhandelt.
Lieferbedingungen optimiert.
Dann wird das Asset gekauft.
Und damit endet erstaunlich häufig die systematische Betrachtung.
Dabei beginnt der wirtschaftliche Lebenszyklus genau dort erst.
Energie.
Wartung.
Ersatzteile.
Ausfallzeiten.
Wiederverkauf.
Rückgabe.
Aufbereitung.
Entsorgung.
Die Kreislaufwirtschaft setzt genau an diesem Punkt an.
Das Bundesamt für Umwelt beschreibt ihr Ziel als möglichst lange und effiziente Nutzung von Rohstoffen und Produkten sowie das Schliessen von Material- und Produktkreisläufen. Davon sollen Umwelt und Schweizer Volkswirtschaft profitieren.
Das ist nicht nur ein Nachhaltigkeitsthema.
Es ist ein Asset-Management-Thema.
Ein Notebook, das nach drei Jahren professionell aufbereitet und weiterverkauft wird, hat einen anderen Lebenszyklus als eines, das sieben Jahre in einer Schublade liegt.
Dasselbe gilt für Fahrzeuge und viele Standardmaschinen.
Finanzierungsmodelle mit einem definierten Rückgabezeitpunkt haben dabei einen interessanten Nebeneffekt.
Sie zwingen das Unternehmen, schon zu Beginn über das Ende nachzudenken.
Wie lange nutzen wir das Asset?
In welchem Zustand wird es zurückgegeben?
Wer trägt das Restwertrisiko?
Existiert ein Zweitmarkt?
Was geschieht danach?
Diese Fragen sind beim Kauf genauso wichtig.
Sie werden dort nur leichter vertagt.
Vielleicht sollte die wichtigste Beschaffungskennzahl deshalb nicht der Einkaufspreis sein.
Sondern die Kosten pro produktivem Jahr über den gesamten Lebenszyklus.