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Produktivität statt KI-Rhetorik

Produktivität ist interessanter als Technologie.
Wir haben uns angewöhnt, Fortschritt mit Technologiebegriffen zu beschreiben.
KI.
Robotik.
Automation.
Digitalisierung.
Das Problem daran: Eine Technologie kann modern sein und wirtschaftlich trotzdem wenig verändern.
Für ein Schweizer KMU sind andere Grössen entscheidend.
Output pro Arbeitsstunde.
Durchlaufzeit.
Fehlerquote.
Rüstzeit.
Energie pro produziertem Teil.
Genau deshalb finde ich einen Punkt in der aktuellen KOF-Investitionsumfrage besonders interessant. Schweizer Unternehmen wollen 2026 nicht nur mehr investieren. Rationalisierung gewinnt als Investitionsmotiv ebenfalls an Bedeutung. 36 Prozent der Unternehmen nennen sie, gegenüber 32 Prozent im Vorjahr.
Das geschieht in einem Arbeitsmarkt, in dem 33,9 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten melden, qualifizierte Arbeitskräfte zu finden. Gleichzeitig waren im zweiten Quartal 2026 knapp 98’700 Stellen offen.
Beides gehört zusammen.
Wenn Fachkräfte knapp sind, kann Wachstum nicht dauerhaft daraus bestehen, einfach weitere Menschen einzustellen.
Produktivität wird zur strategischen Voraussetzung.
Das kann KI bedeuten.
Es kann aber genauso gut eine automatisierte Produktionsanlage sein.
Eine bessere Lagertechnik.
Ein digitaler Rapport.
Oder ein Servicefahrzeug, in dem der Techniker morgens bereits alles findet, was er braucht.
Vielleicht liegt darin auch ein Fehler unserer aktuellen Debatte.
Wir investieren zu oft in Kategorien.
«KI-Projekt.»
«Digitalisierungsprojekt.»
«Automationsprojekt.»
Besser wäre:
Welchen Engpass lösen wir und welchen messbaren Output gewinnen wir dadurch?
Wenn die Antwort überzeugend ist, folgt die nächste Frage.
Wie finanzieren wir diesen Produktivitätsgewinn so, dass er nicht an einer einmaligen Kapitalbelastung scheitert?
Technologie ist Mittel.
Produktivität ist Ergebnis.
Und nur das Ergebnis bezahlt am Ende die Rechnung.