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Autor: Malte

KYC besteht aus mehr als dem Sammeln von Ausweisen.

Die Deutsche Bank nutzt seit September eine agentische KI-Lösung für die Abklärung der Vermögensherkunft im Private Banking in Singapur und Hongkong. Sie recherchiert in freigegebenen Quellen, bereitet Informationen auf und zeigt Lücken auf. Die Beurteilung erfolgt weiterhin durch Menschen.

Im Schweizer Leasing ist die Ausgangsfrage eine andere. Doch auch hier wandern Angaben zwischen Antrag, Handelsregister, Identifikation, wirtschaftlich Berechtigten und internen Akten. Die eigentliche Arbeit liegt oft im Abgleich: Passt die Gesellschaft zur unterzeichnenden Person? Sind Angaben widersprüchlich? Welche Belege fehlen?

Ein KYC-Assistent könnte solche Fragen für die Sachbearbeitung vorbereiten. Er dürfte aus einem ungeklärten Treffer keine Freigabe machen. Gerade im Grenzfall muss er Unsicherheit sichtbar machen und an Compliance übergeben.

Der Nutzen wäre nicht ein schnelleres Häkchen, sondern ein vollständigeres und besser prüfbares Dossier.

Welche Rückfrage in Ihrem Onboarding wiederholt sich am häufigsten?

Quelle: https://wealth.db.com/en/about-us/news/2026/deutsche-bank-private-bank-launches-agentic-ai-kyc-processes.html

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Der richtige Massstab für den Standort Schweiz

Ein Standort kann im regionalen Vergleich gut dastehen und trotzdem unter Druck geraten.
McKinsey und Swiss AmCham halten in «Climbing higher» fest, dass rund 80 Prozent der interviewten CEOs die Schweiz mit globalen Standorten vergleichen. Die Gesprächspartner repräsentieren vor allem die Perspektive international tätiger Unternehmen.
Ich halte diesen Befund auch für Schweizer KMU für relevant. Der richtige Massstab ergibt sich aus der Entscheidung des Kunden. Welche Qualität kann er anderswo beziehen? Wie schnell wird geliefert? Wie zuverlässig werden Probleme gelöst?
Wer diese Fragen nur anhand vertrauter Wettbewerber beantwortet, macht sich das Urteil möglicherweise zu leicht.
Dasselbe gilt für Investitionen. Eine neue Anlage sollte daran gemessen werden, ob sie unsere Position im tatsächlichen Wettbewerb verbessert. Ein Fortschritt gegenüber dem eigenen Maschinenpark reicht als Begründung noch nicht aus.
Standortstärke entsteht aus vielen solchen Entscheidungen. Und aus dem Mut, einen Vergleich zu wählen, bei dem wir noch etwas lernen können.

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Die Schweiz braucht wieder mehr Vertrauen in die Freiheit

Die Schweiz ist erfolgreich, weil sie ihren Bürgern und Unternehmen vergleichsweise viel Freiheit lässt. Nicht weil der Staat besonders viel steuert.

Vielleicht sollten wir uns daran wieder häufiger erinnern.

Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek und Frédéric Bastiat trennten mehr als hundert Jahre Wirtschaftsgeschichte. Eine Überzeugung verband sie dennoch: Eine Gesellschaft funktioniert langfristig besser, wenn Menschen möglichst viele Entscheidungen selbst treffen können und der Staat sich darauf konzentriert, verlässliche Regeln zu setzen.

Das klingt theoretisch.

Für die Schweiz ist es ausgesprochen praktisch.

Freiheit bedeutet zunächst, dass niemand genügend Wissen besitzt, um eine komplexe Volkswirtschaft zentral zu steuern.

Hayek beschrieb dieses Problem bereits 1945. Das wirtschaftlich relevante Wissen liegt nicht an einem Ort. Es steckt verteilt in Millionen von Unternehmen, Haushalten und einzelnen Entscheidungen. Preise koordinieren dieses Wissen, ohne dass eine Behörde es vollständig kennen müsste.

Ein Unternehmer weiss mehr über seine Kunden als ein Amt.

Ein Handwerker weiss mehr über seine Kapazitäten als ein Ministerium.

Ein Investor weiss mehr über sein Risiko als eine Kommission.

Das bedeutet nicht, dass Märkte immer perfekte Ergebnisse produzieren.

Es bedeutet etwas anderes: Auch staatliche Entscheider verfügen nicht über perfektes Wissen.

Deshalb sollte Regulierung nicht danach beurteilt werden, ob ihre Absicht richtig ist. Entscheidend ist, welche Folgen sie tatsächlich erzeugt.

Hier beginnt Bastiat.

Sein berühmtes Prinzip des «Gesehenen und Ungesehenen» ist heute vielleicht aktueller denn je. Politische Massnahmen zeigen ihre unmittelbaren Vorteile meist sehr deutlich. Subventionen schaffen sichtbare Gewinner. Förderprogramme finanzieren sichtbare Projekte. Regulierung beseitigt sichtbare Risiken.

Weniger sichtbar sind die Opportunitätskosten.

Welches Unternehmen wurde nicht gegründet?

Welche Investition fand nicht statt?

Welcher Mitarbeiter wurde nicht eingestellt?

Welche Innovation wurde aufgegeben, weil Bewilligungen, Dokumentationspflichten oder regulatorische Risiken zu hoch waren?

Bastiats Punkt war nicht, dass staatliche Ausgaben grundsätzlich nutzlos seien. Sein Punkt war, dass ihre Kosten ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Genau hier wird die Diskussion für die Schweiz konkret.

Die OECD beschreibt die Schweiz weiterhin als ausserordentlich erfolgreiche, offene und marktwirtschaftlich geprägte Volkswirtschaft. Gleichzeitig stellt sie fest, dass die administrative Belastung der Unternehmen höher liegt als im OECD-Durchschnitt und dass weniger Bürokratie Produktivität und wirtschaftliche Dynamik stärken könnte. Auch staatliches Eigentum spielt in Teilen der Schweizer Wirtschaft im internationalen Vergleich eine erhebliche Rolle.

Das SECO selbst sieht Handlungsbedarf. Ein 2026 veröffentlichtes Monitoring zeigt, dass die Zahl regulatorischer Verpflichtungen für Unternehmen zwischen 2005 und 2025 regelmässig zugenommen hat. Gleichzeitig wurden Instrumente zur administrativen Entlastung geschaffen.

Das ist keine Krise.

Aber es ist ein Warnsignal.

Mises hätte vermutlich eine einfache Frage gestellt: Lösen wir jedes neue Problem automatisch mit einer neuen Intervention?

Seine Kritik am Interventionismus richtete sich nicht gegen einen Staat an sich. Auch Mises sah Regeln zum Schutz von Eigentum und friedlicher Zusammenarbeit als notwendig an. Seine Warnung galt einer anderen Dynamik: Eingriffe verändern Entscheidungen und Preise. Entstehen daraus neue Probleme, folgt leicht der nächste Eingriff.

Genau deshalb braucht Freiheit institutionelle Disziplin.

Nicht jede Ungleichheit verlangt nach einer Subvention.

Nicht jedes wirtschaftliche Risiko verlangt nach einer Vorschrift.

Nicht jede gewünschte Entwicklung verlangt nach staatlicher Förderung.

Und nicht jedes gesellschaftliche Problem hat eine wirtschaftspolitische Lösung.

Die Alternative ist allerdings nicht «Staat oder kein Staat». Diese Gegenüberstellung ist zu simpel.

Eine freiheitliche Wirtschaftsordnung benötigt einen handlungsfähigen Rechtsstaat, funktionierende Gerichte, Eigentumsrechte, Wettbewerb, Haftung und Regeln gegen Betrug und Machtmissbrauch.

Auch externe Effekte, Informationsprobleme oder natürliche Monopole können staatliches Handeln rechtfertigen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob der Staat handeln darf.

Sie lautet: Wo ist staatliches Handeln tatsächlich notwendig und wo können Menschen bessere Entscheidungen selbst treffen?

Für die Schweiz ist diese Frage besonders wichtig.

Unser Wohlstand basiert auf Unternehmertum, internationalem Handel, Innovation, Wettbewerb, Föderalismus und einer bemerkenswert starken Eigenverantwortung.

Diese Institutionen sind kein historisches Dekor.

Sie sind ein wirtschaftlicher Wettbewerbsvorteil.

Vielleicht braucht die Schweiz deshalb nicht für jedes neue Problem ein neues Programm.

Vielleicht braucht sie häufiger den Mut, keines aufzulegen.

Weniger Vorschriften, wo bestehende Regeln genügen.

Mehr Wettbewerb, wo Strukturen geschützt werden.

Schnellere Bewilligungen.

Einfachere Verfahren.

Mehr Verantwortung bei denen, die auch die Konsequenzen ihrer Entscheidungen tragen.

Das wäre keine Revolution.

Im Gegenteil.

Es wäre ausgesprochen schweizerisch.

Und Mises, Hayek und Bastiat würden darin vermutlich einen gemeinsamen Gedanken erkennen:

Freiheit ist nicht das Fehlen von Ordnung. Freiheit ist eine Ordnung, die dem Einzelnen möglichst viel Raum lässt, selbst zu entscheiden.

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Wer hat diese Zahlung veranlasst: ein Mensch oder ein Agent?

Mastercard entwickelt mit Agent Connect eine Verbindung zwischen Händlern, Plattformen und autorisierten KI-Agenten. Die Bundesbank untersucht, wie Agenten Zahlungen innerhalb eines Mandats vorbereiten und auslösen könnten. Das ist ein Blick auf entstehende Infrastruktur, kein fertiger Standardprozess für jede Finanzgesellschaft.

Für das Leasing beginnt die praktische Frage früher: Stimmt der Lieferant auf der Rechnung mit dem freigegebenen Vertrag überein? Ist das Objekt abgenommen? Wurde das Bankkonto geändert? Liegen alle Auszahlungsvoraussetzungen vor?

Ein Agent könnte diese Punkte sammeln und Abweichungen sichtbar machen. Bei einer Zahlung würde ich dennoch eine harte Grenze ziehen: Er bereitet vor; berechtigte Menschen prüfen und geben frei. Erst danach wäre über eng begrenzte weitere Schritte zu reden.

Je stärker Software handeln kann, desto genauer müssen Identität, Mandat und Limits beschrieben sein.

Würden Sie heute für jeden automatisierten Zahlungsschritt belegen können, wer ihn autorisiert hat?

Quelle: https://www.mastercard.com/global/en/news-and-trends/press/2026/september/mastercard-gives-merchants-a-simpler-way-to-build–connect-and-s.html
https://publikationen.bundesbank.de/content/1007712

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Finanzierung gehört auf die CEO-Agenda

Finanzierung beginnt nicht mit der Frage, woher das Geld kommt.
Sie beginnt mit der Frage, welchen finanziellen Spielraum eine Investition danach noch übrig lässt.
Das klingt selbstverständlich.
In der Praxis läuft es trotzdem häufig anders.
Ein technischer Bedarf wird definiert.
Offerten werden eingeholt.
Der Lieferant wird ausgewählt.
Die Investition wird bewilligt.
Dann kommt die Finanzierung.
Damit wird aus einer strategischen Variable eine administrative.
Die aktuelle Lage macht das besonders interessant.
Die SNB sieht keine generelle Kreditklemme. Im Gegenteil, der Bankensektor verfügt insgesamt über hohe Kapital- und Liquiditätspuffer sowie eine hohe Kreditvergabekapazität.
Gleichzeitig wollen Schweizer Unternehmen 2026 deutlich mehr investieren. Laut KOF sollen die Bruttoanlageinvestitionen nominal um 10,2 Prozent zunehmen. Die Realisierungssicherheit bleibt jedoch unter dem langfristigen Durchschnitt.
Das bedeutet:
Viele Unternehmen wollen investieren.
Sie wollen aber auch beweglich bleiben.
Damit gehört die Finanzierung früher in die Diskussion.
Wie viel Liquidität benötigen wir in den nächsten zwei Jahren?
Welche Kreditlinien brauchen wir für Working Capital?
Wie lang ist der Nutzungszyklus des Assets?
Welches Risiko möchten wir selbst tragen?
Ein Lebensmittelproduzent, der eine neue Verpackungslinie plant, sollte Leasing, Bankkredit und Eigenmittel deshalb parallel zur technischen Beschaffung prüfen.
Nicht weil Leasing immer gewinnt.
Sondern weil Kapitalstruktur Teil der Wirtschaftlichkeitsrechnung ist.
Der günstigste Zinssatz beantwortet nicht die wichtigste Frage.
Die lautet:
Welche Struktur lässt unserem Unternehmen nach dieser Investition den grössten sinnvollen Handlungsspielraum?
Darum gehört Finanzierung auf die CEO-Agenda.

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Das Transparenzregister macht KYC überprüfbarer

Wer eine Maschine finanziert, sollte wissen, wer das Unternehmen dahinter kontrolliert.

Am 1. Oktober 2026 treten in der Schweiz das neue Gesetz über die Transparenz juristischer Personen (TJPG) und das revidierte Geldwäschereigesetz in Kraft. Viele Schweizer AGs und GmbHs müssen ihre wirtschaftlich berechtigten Personen ermitteln, überprüfen und einem neuen Bundesregister melden. Das Register beim Bundesamt für Justiz ist nicht öffentlich.

Für das Finanzierungsleasing ändert sich damit die Informationslage. Die GwG-Pflicht, Kunden und Kontrollinhaber festzustellen, besteht bereits heute. Die SRO des Schweizerischen Leasingverbands regelt sie ausdrücklich. Der Registereintrag kann eine zusätzliche Quelle für die Prüfung sein; er ersetzt weder die eigenen Abklärungen noch die Verantwortung der Leasinggesellschaft.

Nehmen wir ein KMU, dessen Anteile über zwei Holdinggesellschaften gehalten werden. Im Antrag steht eine natürliche Person als Kontrollinhaberin, im Register eine andere. Der richtige nächste Schritt ist weder eine automatische Ablehnung noch das blosse Übernehmen des Registereintrags. Die Kontrollkette muss geklärt, der Unterschied dokumentiert und gegebenenfalls nach den gesetzlichen Regeln dem Register gemeldet werden.

Für die betroffenen Unternehmen kommt eine eigene Melde- und Aktualisierungspflicht hinzu. Für Leasinggesellschaften wird entscheidend, wie sie ihre vorhandenen KYC-Unterlagen, Registerdaten und Kundenrückfragen in einem nachvollziehbaren Prozess zusammenführen.

Ein neues Register schafft einen besseren Vergleichspunkt. Die Qualität der Prüfung entsteht weiterhin im Einzelfall.

Wie gut könnten Sie heute die Kontrollkette hinter einem gewerblichen Leasingkunden erklären?

Quellen:
https://www.bj.admin.ch/de/newnsb/x3sKLxCJ6S3dQJtfvy0Tb
https://www.bj.admin.ch/de/schweizerisches-transparenzregister
https://www.transpareg.admin.ch/de/wer-muss-melden
https://www.transpareg.admin.ch/de/registerzugang-und-meldung-von-unterschieden
https://www.leasingverband.ch/de/downloadFileContent?id=3080C602-9B1D-4842-8D1C-3793D133189D
https://www.finma.ch/de/ueberwachung/branchenuebergreifende-themen/geldwaeschereibekaempfung/
https://cms.kellerhals-carrard.ch/uploads/Neues_Gesetz_ueber_die_Transparenz_juristischer_Personen_TJPG_6d2dcd0e17.pdf
https://www.finma.ch/news/2026/05/20260512-mm-anh-gwv-finma/
https://www.sif.admin.ch/de/geldwaeschereigesetz-gwg

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Eine überzeugende KI-Antwort ist noch keine Finanzanalyse.

OpenAI hat im September ein Angebot für Finanzdienstleister vorgestellt, das professionelle Daten, Analysewerkzeuge und konkrete Quellenangaben zusammenführt. Die Produktmeldung betrifft vor allem Research und Investment Banking. Für das Leasing ist die Frage dahinter trotzdem vertraut: Kann ich jede Zahl im Entscheidungsdossier bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgen?

Bei einem Kreditantrag stammen Informationen aus Abschlüssen, Kontoauszügen, Handelsregister, Objektunterlagen und Auskünften. Wenn ein System daraus ein Memo erstellt, muss sichtbar bleiben, welche Quelle eine Aussage trägt, wie aktuell sie ist und wo die KI selbst eine Schlussfolgerung zieht.

Ein schneller Entwurf hilft. Ein unbelegter Entwurf verschiebt die Arbeit bloss auf die Person, die ihn prüfen muss.

Ich würde daher mit einem einfachen Massstab beginnen: Keine entscheidungsrelevante Zahl ohne Fundstelle. Und keine Kreditentscheidung allein wegen eines gut geschriebenen Texts.

Wie viel Ihrer heutigen Analysezeit fliesst in das Suchen und Verifizieren von Belegen?

Quelle: https://openai.com/index/introducing-chatgpt-financial-services/

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KI beginnt im Maschinenraum

Die meisten KI-Probleme beginnen lange vor der KI.
Über künstliche Intelligenz wird derzeit so gesprochen, als könne man sie wie eine neue Office-Version einführen.
Lizenz kaufen.
Mitarbeitende schulen.
Produktivität steigt.
Die Realität ist weniger elegant.
Eine im Juli 2026 auf dem KMU-Portal des Bundes publizierte Erhebung zeigt zwar eine enorme Verbreitung. 89 Prozent der Befragten nutzen KI bereits im beruflichen Alltag. 55 Prozent berichten von einem gezielten Einsatz in einem oder mehreren Geschäftsbereichen. Trotzdem befinden sich 31 Prozent ihrer Unternehmen noch in der Pilotphase. Erst 9 Prozent berichten davon, dass KI ihr Geschäftsmodell verändert hat.
Noch interessanter sind die Hindernisse.
Datenqualität und Datensilos werden von 20 Prozent genannt. Sicherheits- und Datenschutzbedenken von 19 Prozent. Fehlende Fachkräfte von 18 Prozent.
Das ist vermutlich die eigentliche KI-Debatte für den Schweizer Mittelstand.
Nicht welches Modell besser ist.
Sondern ob die eigene Organisation überhaupt maschinenlesbar ist.
Sind Stammdaten konsistent?
Liefert die Maschine Betriebsdaten?
Sind Aufträge digital verfügbar?
Können ERP, CRM und Produktion Informationen austauschen?
Kennt ein Unternehmen seine Prozesse oder nur deren Ergebnis?
Ein Logistik-KMU, das seine Touren mit KI optimieren möchte, braucht vielleicht zuerst Telematiksysteme und moderne Scanner.
Das klingt weniger aufregend als ein «AI Transformation Program».
Es schafft aber bereits einen eigenen Nutzen. Telematik verbessert Transparenz. Scanner reduzieren Medienbrüche. Saubere Daten beschleunigen Prozesse.
Erst danach kommt KI.
Für die Finanzierung bedeutet das ebenfalls eine andere Perspektive.
Man muss nicht auf das grosse Transformationsbudget warten. Infrastruktur lässt sich in Etappen modernisieren. Gerade bei Hardware und technischen Systemen können planbare Finanzierungszyklen helfen.
KI beginnt nicht mit dem Prompt.
Sie beginnt dort, wo ein Unternehmen entscheidet, seine Realität in brauchbare Daten zu übersetzen.

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KI beschleunigt auch schlechte Entscheidungen

Ein schlechter Prozess wird durch Automatisierung zunächst schneller. Besser wird er erst, wenn seine Schwächen verstanden werden.

Für Leasinggesellschaften kann KI bei Dokumenten, Datenprüfung oder Analyse helfen. Ob daraus wirtschaftlicher Nutzen entsteht, hängt von Datenqualität, geeigneten Aufgaben und kontrollierbaren Ergebnissen ab.

Die FINMA hat in ihrer Aufsichtsmitteilung 08/2024 Governance und Risikomanagement beim KI-Einsatz thematisiert. Für mich folgt daraus eine praktische Führungsfrage: Wer verantwortet eine Anwendung, wenn ihre Empfehlung falsch ist?

Ein Mensch am Ende des Prozesses ist noch keine wirksame Kontrolle. Er braucht genügend Informationen, Zeit und Kompetenz, um ein Ergebnis zu prüfen und nötigenfalls zu verwerfen.

Ich würde deshalb klein und konkret beginnen. Welches Problem lösen wir? Woran messen wir die Qualität? Welche Fehler sind besonders teuer? Wann wird die Anwendung gestoppt oder angepasst?

Für Schweizer Finanzdienstleister lohnt sich zudem die Frage nach externen Abhängigkeiten: Was passiert bei Ausfall, Modelländerung oder unzureichender Erklärung durch den Anbieter?

Als CEO kann ich Aufgaben delegieren. Die Verantwortung für einen tragfähigen Prozess bleibt eine Führungsaufgabe.

Welchen KI-gestützten Entscheid könnten Sie heute nachvollziehbar erklären und bei Bedarf korrigieren?

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