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Führung. Kapital. Technologie. Schweiz. Beiträge

Die SNB hält die Null. Die interessantere Frage ist, wie lange noch?

Die Schweizerische Nationalbank hat ihren Leitzins bei 0 Prozent belassen. Überraschend war das nicht. Interessanter ist, was sich hinter dem unveränderten Zinssatz bewegt.

Die Inflation lag im August bei 0,8 Prozent. Die SNB erwartet für 2026 nun 0,7 Prozent und für 2027 und 2028 jeweils 0,8 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich die Schweizer Wirtschaft robuster als erwartet. Für 2026 rechnet die Nationalbank mit einem Wachstum zwischen 1,5 und 2 Prozent.

Hinzu kommt ein Faktor, der für die SNB fast ebenso wichtig ist wie die Inflation: der Franken hat sich abgeschwächt.

Das verändert die Diskussion.

Noch vor einigen Monaten wurde darüber gesprochen, ob die Schweiz wieder Negativzinsen sehen könnte. Inzwischen beschäftigen sich Banken zunehmend mit der entgegengesetzten Frage: Wann könnte die SNB erstmals wieder erhöhen?

Die ZKB sieht für 2026 weiterhin keinen Handlungsbedarf. Das Zusammenspiel aus stärkerem Wachstum, schwächerem Franken und höheren Inflationsrisiken habe das Gleichgewicht jedoch verschoben. Für 2027 könne sich ein Fenster für höhere Zinsen öffnen. In den heutigen Marktkommentaren wird die ZKB mit möglichen schrittweisen Erhöhungen ab März 2027 zitiert.

Auch die UBS sieht den Zinszyklus inzwischen nach oben gerichtet. Sie erwartet zwei Erhöhungen – im März und Juni 2027. Bemerkenswert ist allerdings der zweite Teil ihrer Analyse: Ein beträchtlicher Teil dieser Entwicklung ist an den Kapitalmärkten bereits eingepreist.

Raiffeisen argumentiert vorsichtiger. Der zugrunde liegende Inflationsdruck bleibt moderat, und die SNB kann es sich leisten abzuwarten. Auch dort gilt aber: Die Märkte rechnen inzwischen mit einer Abkehr von der Nullzinspolitik im kommenden Jahr.

Was lässt sich daraus ableiten?

Nicht, dass die Zinsen unmittelbar steigen müssen.

Sondern dass sich die Richtung der Debatte verändert hat.

Die Schweiz bleibt ein Niedrigzinsland. Die SNB selbst prognostiziert weiterhin Preisstabilität, und ihre Inflationsprognose basiert sogar auf einem über den gesamten Prognosezeitraum unveränderten Leitzins von 0 Prozent.

Aber die asymmetrische Diskussion der vergangenen Jahre verschwindet langsam. Negativzinsen sind nicht mehr das dominierende Szenario. Gleichzeitig ist eine Rückkehr zu deutlich höheren Zinsen ebenfalls nicht das Basisszenario.

Das wahrscheinlich spannendste Szenario liegt deshalb dazwischen:

Die Schweiz könnte das Zeitalter der Nullzinsen verlassen, ohne das Zeitalter der niedrigen Zinsen zu verlassen.

Für Unternehmen und Investoren ist diese Unterscheidung wichtiger, als sie zunächst klingt.

Denn die Kapitalmärkte warten nicht auf den nächsten Entscheid der SNB. Sie beginnen vorher, ihn einzupreisen.

Quellen:

SNB – Geldpolitische Lagebeurteilung vom 24.09.2026
https://www.snb.ch/de/publications/communication/press-releases-restricted/pre_20260924

ZKB – Zins- und Konjunkturprognosen
https://www.zkb.ch/de/private/hypotheken-immobilien/rechner-hilfsmittel/prognosen.html

ZKB – Schweizer BIP- und Zinsprognose
https://www.zkb.ch/de/private/blog/private/anlegen/markt-trends/wir-erhoehen-die-schweizer-bip-prognosen.html

UBS – Global rise in interest rates: Implications for Swiss investors and mortgages
https://www.ubs.com/global/en/wealthmanagement/insights/marketnews/article.3784639.html

UBS – Aktuelle Zinsprognose Schweiz
https://www.ubs.com/ch/de/services/mortgages-and-financing/mortgages/interest-rates.html

Raiffeisen – Zinsentwicklung und Einschätzung der SNB
https://www.raiffeisen.ch/rch/de/wissen/wohnen/zinsentwicklung.html

SRF/AWP – Reaktionen der Ökonomen auf den SNB-Entscheid
https://www.srf.ch/news/wirtschaft/geldpolitische-lage-snb-belaesst-leitzins-bei-null-prozent

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Liquidität schlägt Besitz

Eigentum ist kein Wert an sich. Liquidität dagegen schafft Optionen.
«Uns gehört das.»
Für viele Schweizer Unternehmerfamilien ist dieser Satz fast ein Synonym für Solidität.
Das hat gute Gründe.
Aber vielleicht sollten wir Eigentum wieder etwas nüchterner betrachten.
Eine Maschine kann produktiv sein. Ein Fahrzeug kann produktiv sein. Das Kapital, das in beiden steckt, hat allerdings eine Opportunitätskostenfrage.
Wo könnte derselbe Franken sonst arbeiten?
Im Lager?
In der Digitalisierung?
Bei der Expansion?
In einem neuen Vertriebsmitarbeiter?
Oder als Liquiditätspuffer für den nächsten unerwarteten Auftrag?
Die Ausgangslage ist dabei differenzierter, als gelegentlich behauptet wird. Die SNB sieht aktuell keine generelle Schweizer Kreditklemme. Die ausstehenden Kredite nehmen weiter zu. Gleichzeitig verfügen die Banken gemäss Finanzstabilitätsbericht 2026 über hohe Kreditvergabekapazitäten, wobei es zwischen Instituten deutliche Unterschiede gibt.
Das ist wichtig.
Denn damit wird Leasing nicht zum Instrument für Unternehmen, die «keinen Kredit bekommen».
Die strategisch interessantere Frage lautet:
Welche Assets wollen wir besitzen und für welche genügt uns ihre produktive Nutzung?
Ein Serviceunternehmen kann seine Flotte kaufen und Kapital langfristig binden.
Oder es finanziert die Fahrzeuge über ihre Nutzungsdauer und hält Mittel für Betrieb, Personal und Wachstum verfügbar.
Das eine ist nicht grundsätzlich richtiger als das andere.
Aber beide Varianten sollten gerechnet werden.
Nicht nur mit Blick auf den Zinssatz.
Sondern mit Blick darauf, was das freigesetzte Kapital im Unternehmen bewirken kann.
Kapitalallokation gehört zu den wichtigsten Aufgaben einer Unternehmensleitung.
Warum behandeln wir sie bei Maschinen und Fahrzeugen dann so häufig wie eine Beschaffungsfrage?

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Energieeffizienz ist Margenschutz

Energieeffizienz hat ein Marketingproblem. Sie wird zu häufig als Klimathema verkauft.
Für ein Unternehmen ist sie zunächst etwas viel Einfacheres.
Kostenmanagement.
Das SECO nennt hohe Energiepreise im September 2026 weiterhin ausdrücklich als erhebliches Risiko für die Schweizer Konjunktur.
Gleichzeitig weist das Bundesamt für Energie darauf hin, dass in Schweizer Unternehmen wirtschaftlich sinnvolle Massnahmen zur Energieeffizienz noch nicht vollständig ausgeschöpft werden. Es verbindet höhere Energieeffizienz ausdrücklich mit der Wettbewerbsfähigkeit.
Das ist insbesondere für die Industrie relevant.
Eine ältere Maschine kann noch zuverlässig funktionieren.
Wenn sie pro Einheit deutlich mehr Energie benötigt, trägt sie jedoch einen dauerhaften Kostennachteil mit sich.
Dieser Nachteil verändert sich mit dem Energiepreis.
Und genau darin liegt der strategische Wert von Effizienz.
Ein Unternehmen kann den Strommarkt nicht steuern.
Den Ölpreis ebenfalls nicht.
Es kann aber entscheiden, wie viel Energie es für eine Einheit Output benötigt.
Damit ähnelt Energieeffizienz einem Hedge.
Nicht finanziell.
Operativ.
Eine neue Maschine reduziert vielleicht gleichzeitig Energieverbrauch, Wartung und Ausschuss.
Dann sollte ihre Investitionsrechnung all diese Effekte enthalten.
Nicht nur den Kaufpreis.
Wenn die Einmalinvestition das Hindernis ist, kann eine Finanzierung über die Nutzungsdauer helfen, die Rate dem laufenden Effizienzgewinn gegenüberzustellen.
Die sauberste ESG-Massnahme ist vielleicht jene, die auch der CFO ohne das Kürzel ESG genehmigen würde.

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Investieren ohne Besitzreflex

Nichtstun ist auch eine Investitionsentscheidung. Nur ohne Investitionsantrag.
«Wir warten noch.»
Es ist vermutlich einer der vernünftigsten Sätze, die man 2026 in einer Schweizer Geschäftsleitung sagen kann.
Und einer der gefährlichsten.
Die Gründe für Vorsicht sind real. Das SECO hat seine Wachstumsprognose für 2026 gerade auf 1,7 Prozent erhöht. Gleichzeitig warnt der Bund weiterhin vor geopolitischen Konflikten, hohen Energiepreisen und handelspolitischer Unsicherheit.
Interessant ist deshalb die KOF-Investitionsumfrage. Schweizer Unternehmen planen für 2026 nominal 10,2 Prozent mehr Investitionen als 2025. Bei den Ausrüstungen beträgt das erwartete Plus 7 Prozent. 85 Prozent der investierenden Unternehmen wollen bestehende Anlagen ersetzen. Gleichzeitig liegt die Realisierungssicherheit unter ihrem langfristigen Durchschnitt. In der Industrie ist die Unsicherheit sogar so hoch wie seit 2020 nicht mehr.
Das ist kein Widerspruch.
Es ist wahrscheinlich die neue Normalität.
Unternehmen müssen investieren, obwohl sie weniger Sicherheit über die Zukunft haben.
Der Fehler besteht deshalb darin, Investieren als aktive Risikoposition und Abwarten als neutrale Position zu betrachten.
Eine ältere Anlage belastet vielleicht weiterhin das Wartungsbudget. Sie verbraucht Energie. Sie begrenzt Kapazität. Vielleicht erzeugt sie mehr Ausschuss oder benötigt mehr manuelle Arbeit.
Diese Kosten stehen nur selten gemeinsam in einem Investitionsantrag.
Darum würde ich bei einer verschobenen Investition immer eine zweite Rechnung verlangen.
Nicht nur: Was kostet die neue Maschine?
Sondern auch: Was kostet uns die bestehende Maschine, wenn wir sie weitere 24 Monate betreiben?
Und wenn der Kapitaleinsatz das Hindernis ist, sollte man nicht automatisch die Investition verschieben.
Man kann auch ihre Finanzierung verändern.
Unsicherheit verlangt nicht zwingend weniger Investitionen.
Sie verlangt bessere.

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Neue Chancen für die Schweizer Unternehmensfinanzierung: Die Einführung der Mobiliarhypothek

Eine bahnbrechende Neuerung hat gute Chancen, dass Leasing in der Schweiz noch innovativer zu machen: die Mobiliarhypothek. Dabei handelt es sich um einen Vorschlag von Ständerat Beat Rieder, der noch in der Diskussion ist. Diese rechtliche Innovation würde es Unternehmen ermöglichen, bewegliche Güter wie Maschinen oder Fahrzeuge als Sicherheiten für Kredite zu nutzen, ähnlich einer Immobilienhypothek. Besonders profitieren würden KMU und Start-ups, indem sie leichter Zugang zu günstigeren Finanzierungen erhalten, was Innovation und Wachstum fördert.

Die Schaffung eines digitalen Registers für diese Sicherheiten verspricht Transparenz und Effizienz, stärkt den Finanzmarkt und unterstützt Unternehmen, die auf kreislauffähige und nachhaltige Modelle setzen.

Diese Initiative repräsentiert einen bedeutenden Fortschritt für die Schweizer Wirtschaft, indem sie den Weg für innovative Finanzierungslösungen ebnet und die Nutzung fortschrittlicher Technologien wie DLT fördert.

https://www.seco.admin.ch/seco/de/home/Publikationen_Dienstleistungen/Publikationen_und_Formulare/Regulierung/regulierungsfolgenabschaetzung/vertiefte-rfa/mobiliarssicherungsrecht_2021/rfa_mobiliarssicherungsrecht.html

https://www.leasingverband.ch/de/schweizerischer-leasingverband-slv/innovationen/mobiliarregister/index.html

https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214523

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Vorbereitung auf unsichere Zeiten

Der Technologie Accelerator Y Combinator (early Investor in Stripe, Dropbox, AirBnB und viele mehr) hat letztes Jahr eine Nachricht an alle Firmen in ihrem Portfolio geschickt. Die Ratschläge können auch dieses Jahr für die meisten Firmen übernommen werden:

Greetings YC Founders,

During this week we’ve done office hours with a large number of YC companies.  They reached out to ask whether they should change their plans around spending, runway, hiring, and funding rounds based on the current state of public markets. What we’ve told them is that economic downturns often become huge opportunities for the founders who quickly change their mindset, plan ahead, and make sure their company survives.

Here are some thoughts to consider when making your plans:

  1. No one can predict how bad the economy will get, but things don’t look good.
  2. The safe move is to plan for the worst.  If the current situation is as bad as the last two economic downturns, the best way to prepare is to cut costs and extend your runway within the next 30 days.  Your goal should be to get to Default Alive.
  3. If you don’t have the runway to reach default alive and your existing investors or new investors are willing to give you more money right now (even on the same terms as your last round) you should strongly consider taking it.
  4. Regardless of your ability to fundraise, it’s your responsibility to ensure your company will survive if you cannot raise money for the next 24 months.
  5. Understand that the poor public market performance of tech companies significantly impacts VC investing.  VCs will have a much harder time raising money and their LPs will expect more investment discipline.
    As a result, during economic downturns even the top tier VC funds with a lot of money slow down their deployment of capital (lesser funds often stop investing or die).  This causes less competition between funds for deals which results in lower valuations, lower round sizes, and many fewer deals completed.  In these situations, investors also reserve more capital to backstop their best performing companies, which further reduces the number of new financings. This slow down will have a disproportionate impact on international companies, asset heavy companies, low margin companies, hardtech, and other companies with high burn and long time to revenue.
    Note that the numbers of meetings investors take don’t decrease in proportion to the reduction in total investment.  It’s easy to be fooled into thinking a fund is actively investing when it is not.
  6. For those of you who have started your company within the last 5 years, question what you believe to be the normal fundraising environment.  Your fundraising experience was most likely not normal and future fundraises will be much more difficult.
  7. If you are post Series A and pre-product market fit, don’t expect another round to happen at all until you have obviously hit product market fit. If you are pre-series A, the Series A Milestones we publish here might even turn out to be a bit too low.
  8. If your plan is to raise money in the next 6-12 months, you might be raising at the peak of the downturn.  Remember that your chances of success are extremely low even if your company is doing well.  We recommend you change your plan.
  9. Remember that many of your competitors will not plan well, maintain high burn, and only figure out they are screwed when they try to raise their next round.  You can often pick up significant market share in an economic downturn by just staying alive.
  10.   For more thoughts watch this video we’ve created: Save Your Startup during an Economic Downturn

Best,

YC

PS: If for whatever reason you don’t think this message applies to your company or you are going to need someone to tell you this in person to believe it… please reassess your beliefs on a monthly basis to make sure you don’t drive your company off a cliff. Also, remember you can always reach out to your group partners.

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